Raufaser überstreichen oder entfernen: was sich in welchem Raum lohnt
- Rubrik
- Wände & Farben
- Veröffentlicht am
- 09. Juli 2026
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Raufaser gilt als Notlösung vergangener Jahrzehnte, hängt aber in Millionen Mietwohnungen an der Wand und lässt sich an einem Wochenende erträglich machen. Die Frage vor jedem Projekt lautet: überstreichen oder abreißen?
Raufaser überstreichen: Aufwand und Kosten
Ein Durchgang auf 33 Quadratmetern dauert mit Rolle und Pinsel etwa zwei Stunden, zwei Durchgänge samt Abkleben einen halben Tag. An Material fallen für einen mittleren Raum rund 60 Euro an: 10 Liter Farbe für 30 bis 45 Euro, dazu Kreppband, Malervlies und eine Rolle mit 18 Millimetern Flor. Ab der vierten bis fünften Farbschicht verliert die Struktur ihre Tiefe und wirkt teigig. Zählen Sie an einer Ecke nach, bevor Sie erneut streichen.
Raufaser entfernen: der Weg zur glatten Wand
Perforieren Sie die Bahn mit einer Igelwalze, wässern Sie zweimal im Abstand von 15 Minuten und ziehen Sie die Bahnen mit einem breiten Spachtel ab. Danach folgt der eigentliche Aufwand: Kleisterreste waschen, Löcher füllen, die Fläche spachteln und schleifen. Für 33 Quadratmeter rechnen Sie mit zwei bis drei Tagen und 150 bis 250 Euro Material, im Handwerksangebot mit 20 bis 35 Euro je Quadratmeter.
Eine glatte Wand ist kein Stil, sondern eine Entscheidung über Licht. Sie zeigt jede Unebenheit, die Raufaser gnädig schluckt.
Raufaser bewerten: wann welcher Weg passt
In der Praxis entscheiden vier Punkte:
- Mietwohnung mit kurzer Restlaufzeit: überstreichen, alles andere zahlt niemand zurück;
- Streiflicht durch ein großes Fenster: glatte Wand nur mit sauberer Spachtelung;
- viele alte Lackschichten und Risse: abreißen und den Untergrund neu aufbauen;
- Flur ohne Tageslicht: die Struktur fällt kaum auf, ein Anstrich genügt.
Wer unsicher ist, testet hinter dem Schrank. Ein Quadratmeter abgezogene Fläche verrät nach einer Stunde mehr über den Untergrund als jede Ferndiagnose.